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Südsudan: Zahl der vom IKRK evakuierten Verwundeten steigt um mehr als die Hälfte während Kampfhandlungen wieder zunehmen

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 im gesamten Südsudan 266 Verwundete evakuiert. Dies entspricht einem Anstieg von mehr als 50 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum, da die wiederaufflammenden Kämpfe die medizinischen Dienste zunehmend unter Druck setzen.

Der Anstieg der Evakuierungen findet vor dem Hintergrund verschärfter Konflikte und Gewalt seit Ende 2025 statt, die Tausende von Familien in die Flucht gezwungen und ihnen ihre Lebensgrundlagen sowie einen sicheren Zugang zu einer Gesundheitsversorgung entzogen haben. Infolge der Kämpfe sind viele Menschen verletzt worden oder haben sogar ihr Leben verloren. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach lebensrettender medizinischer Versorgung gestiegen.

15 Jahre nach der Unabhängigkeit des Südsudan verschärfen sich die humanitären Bedürfnisse aufgrund von Konflikt, Gewalt und Unsicherheit, klimabedingten Schocks und Menschen, die vor dem Konflikt im benachbarten Sudan fliehen, immer weiter. Gleichzeitig bedeuten knappere finanzielle Mittel zur Unterstützung von Menschen in Not, dass viele ohne dringend benötigte Hilfe bleiben.

„Der Konflikt entspannt sich nicht, und auch die humanitären Bedürfnissen steigen weiter. Dies wird durch den Rückgang der Mittel noch komplizierter. Die reduzierte Bereitstellung von Dienstleistungen auf allen Ebenen des Gesundheitswesens belastet die Spitäler schwer“, erklärt Rose Ochieng, Gesundheitskoordinatorin des IKRK im Südsudan.

Seit 2014 wurden mehr als 5 000 Patienten im gesamten Südsudan für eine lebensrettende chirurgische Versorgung evakuiert. Die Mehrheit der Patienten wird auf dem Luftweg zum Juba Military Hospital gebracht, einem der wichtigsten Traumazentren im Südsudan, in dem die Anzahl an Operationen in der ersten Jahreshälfte um fast 30 % im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2025 zugenommen hat. Infolgedessen arbeitet die vom IKRK unterstützte chirurgische Abteilung kontinuierlich bei einer Kapazität von über 100 %.

Einer der Patienten ist Ngor Gatluak. Er wurde aus Agany evakuiert, einem abgelegenen Gebiet im Bundesstaat Jonglei, etwa 420 km entfernt von Juba. „Ich wurde bei den Kämpfen in den Arm geschossen. Es gibt kein Spital in unserer Gegend, also hat man mich zur Behandlung weggebracht. Später wurde ich in dieses Spital überwiesen. Ich fühle mich schon viel besser und hoffe, dass ich bald wieder nach Hause kann“, sagt er.

Der Zugang zu einer lebensrettenden Gesundheitsversorgung ist in vielen Teilen des Landes weiterhin stark eingeschränkt. In Gebieten, in denen es immer wieder zu Kämpfen kommt, darunter auch in abgelegenen Regionen, in denen das Mobilfunknetz nur sporadisch funktioniert und der Zustand der Strassen ziemlich schlecht ist, haben Menschen und ganze Gemeinden Schwierigkeiten, in die Gesundheitseinrichtungen zu gelangen. Der Druck auf die Traumaversorgung erstreckt sich über Evakuierungen hinaus auf die Überweisung von Patienten, chirurgische Leistungen, Rehabilitation, psychische Gesundheit und Nachsorge, während die nationalen Kapazitäten, diese Dienstleistungen zu erbringen, einer immer stärkeren Belastung ausgesetzt sind.

15 Jahre nach der Unabhängigkeit ist es vor allem wichtig, sicherzustellen, dass Menschen, die auf eine lebensrettende chirurgische Versorgung angewiesen sind, Zugang zu einer solchen erhalten, unabhängig davon, wer sie sind oder woher sie kommen. Das IKRK arbeitet weiterhin mit den Gesundheitsbehörden und seinen Partnern, insbesondere dem Südsudanesischen Roten Kreuz, zusammen, um eine lebensrettende Versorgung der von Konflikten betroffenen Menschen zu gewährleisten.

Das IKRK ruft alle Konfliktparteien auf, ihren Verpflichtungen aus dem humanitären Völkerrecht nachzukommen, das medizinische Personal und medizinische Einrichtungen zu respektieren und zu schützen sowie alle erdenklichen Massnahmen zu ergreifen, um Verwundete und Kranke ohne Unterscheidung zu evakuieren. Sie müssen auch ungehinderten Zugang zu lebensrettender medizinischer Versorgung gewährleisten sowie die schnelle und ungehinderte Durchfahrt humanitärer Hilfe ermöglichen, damit bedürftige Zivilpersonen unterstützt werden können.

Anmerkungen für Redakteure

Seit 2014

  • wurden fast 9 000 durch Waffen verwundete Patienten zur Behandlung in vom IKRK unterstützten chirurgischen Einrichtungen im Südsudan aufgenommen und erhielten eine lebensrettende und spezialisierte Traumaversorgung;
  • haben chirurgische Teams des IKRK mehr als 29 000 lebensrettende oder gliedmassenerhaltende Operationen durchgeführt. Dafür wurden stationäre chirurgische Einrichtungen und mobile chirurgische Teams eingesetzt, um den von bewaffneten Konflikten betroffenen Personen eine spezialisierte Traumaversorgung zu ermöglichen und gleichzeitig die Kapazität für Überweisungen bei komplexen Fällen aufrechtzuerhalten;
  • wurden mehr als 5 000 durch Waffen verwundete Patienten sicher aus Konfliktgebieten im gesamten Südsudan evakuiert und erhielten Zugang zu Notfalloperationen, Spezialbehandlungen, körperlicher Rehabilitation sowie psychischer und psychosozialer Unterstützung;
  • und bis 2025 erhielten fast 40 000 Menschen mit Behinderung Zugang zu grundlegenden körperlichen Rehabilitationsdiensten in den vom IKRK unterstützten Zentren in Juba, Wau und Rumbek, damit die Betroffenen mobiler und unabhängiger sowie in die Gesellschaft eingegliedert werden.

Über das IKRK

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) setzt sich seit 1863 dafür ein, in Kriegen und bewaffneten Konflikten Leid zu lindern und Menschenwürde zu wahren. Gemeinsam mit den Partnern aus der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung leistet das IKRK lebensrettende Hilfe an den Frontlinien und bemüht sich darum, Familien zusammenzuführen und das Schicksal vermisster Personen zu klären.

In oftmals vertraulichen Gesprächen mit Behörden und Streitkräften auf allen Seiten tritt das IKRK für eine menschenwürdige Behandlung von Häftlingen ein und drängt auf die Einhaltung des humanitären Völkerrechts, um die Zivilbevölkerung vor Schaden zu schützen; dazu zählen auch Schäden, die online verursacht werden.

 Weitere Informationen:

 Kieran Seager, IKRK Südsudan, Tel.: +44 7950 753340, E-Mail: kseager@icrc.org

 Germain Mwehu, IKRK Südsudan, Tel.: +211 912360023, E-Mail: gemwehu@icrc.org

Mateo Jaramillo, IKRK Nairobi, Tel.: +254 716 897 265, mjaramillo@icrc.org

B-Roll
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On Screen Credit: ICRC or logo
Duration : 8m 38s
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